In dem Abschnitt aus den Zeugnissen, Band fünf, mit dem wir uns nun schon seit einigen Artikeln befassen, wird uns von der Vision des Tempels berichtet, die Hesekiel, Jesaja und Johannes gegeben wurde:

„Diese Lehren sind zu unserem Nutzen. Wir müssen unseren Glauben auf Gott gründen; denn unmittelbar vor uns liegt eine Zeit, die die Seelen der Menschen prüfen wird. Christus führte auf dem Ölberg die schrecklichen Gerichte an, die Seiner zweiten Ankunft vorausgehen sollten: ‚Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören.‘ ‚Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es werden Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben hier und dort sein. Dies alles ist der Anfang der Wehen.‘ Während diese Weissagungen in der Zerstörung Jerusalems eine teilweise Erfüllung fanden, haben sie eine unmittelbarere Anwendung auf die letzten Tage.“

Der Neunte des Aw

Tisha B’Av, was auf Hebräisch „der Neunte des Monats Av“ bedeutet, ist der jüdische Gedenktag, der sowohl an die Zerstörung des Ersten Tempels durch die Babylonier im Jahr 586 v. Chr. als auch an die Zerstörung des Zweiten Tempels durch Titus im Jahr 70 erinnert. Beide Zerstörungen ereigneten sich am selben Kalenderdatum – am 9. Tag des hebräischen Monats Av (der im gregorianischen Kalender gewöhnlich in den Juli oder August fällt). Wenn Schwester White die Zerstörung Jerusalems mit der „Zeit, die die Seelen der Menschen auf die Probe stellen wird“ in den letzten Tagen in Verbindung bringt, weist sie damit auf zwei Zerstörungen hin, die beide das bald bevorstehende Sonntagsgesetz veranschaulichen.

Vers 16 in Daniel 11 stellt jenes Sonntagsgesetz dar und entspricht Vers 41. Im Buch Hesekiel wird die Zerstörung Jerusalems verwendet, um die Trennung der klugen und der törichten Jungfrauen beim Sonntagsgesetz zu veranschaulichen. Hesekiel war ein Gefangener in Babylon, als er in den Kapiteln 8 bis 11 auf wundersame Weise nach Jerusalem versetzt wurde, um eben diese Trennung zu sehen.

Und es begab sich im sechsten Jahr, im sechsten Monat, am fünften Tag des Monats, als ich in meinem Hause saß und die Ältesten Judas vor mir saßen, da fiel dort die Hand des Herrn, HERRN, auf mich. Und ich schaute, und siehe, eine Gestalt wie das Aussehen von Feuer: von dem, was aussah wie seine Lenden, abwärts Feuer; und von seinen Lenden aufwärts wie das Aussehen von Glanz, wie die Farbe von Bernstein. Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei einer Haarlocke meines Hauptes; und der Geist hob mich empor zwischen Erde und Himmel und brachte mich in Gesichten Gottes nach Jerusalem, an den Eingang des inneren Tores, das nach Norden gerichtet ist; dort war der Sitz des Bildes der Eifersucht, das zur Eifersucht reizt. Hesekiel 8,1–3.

Die vier Kapitel 8 bis 11 beschreiben die Trennung, und Schwester White stellt in ihren Ausführungen zu Hesekiel 9 nicht nur fest, dass es sich um dieselbe Versiegelung wie in Offenbarung, Kapitel 7, handelt, sondern auch, dass Jerusalem die laodizeische Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in den letzten Tagen darstellt.

„Die Gruppe, die über ihren eigenen geistlichen Verfall keinen Schmerz empfindet und auch nicht über die Sünden anderer trauert, wird ohne das Siegel Gottes gelassen werden. Der Herr beauftragt Seine Boten, die Männer mit den Schlachtwaffen in ihren Händen: ‚Geht hinter ihm her durch die Stadt und schlagt zu; euer Auge verschone nicht, und habt kein Mitleid: tötet völlig Alte und Junge, Jungfrauen und kleine Kinder und Frauen; aber naht euch keinem Menschen, an dem das Zeichen ist; und beginnt bei Meinem Heiligtum. Da begannen sie bei den alten Männern, die vor dem Hause waren.‘“

„Hier sehen wir, dass die Gemeinde — das Heiligtum des Herrn — als Erste den Schlag des Zorns Gottes zu spüren bekam. Die alten Männer, denen Gott großes Licht gegeben hatte und die als Wächter über die geistlichen Belange des Volkes gestanden hatten, hatten das ihnen anvertraute Amt treulos verraten. Sie hatten den Standpunkt eingenommen, dass wir nicht nach Wundern und der deutlichen Offenbarung der Macht Gottes zu erwarten hätten wie in früheren Tagen. Die Zeiten haben sich geändert. Diese Worte bestärken ihren Unglauben, und sie sagen: Der Herr wird weder Gutes tun noch Böses. Er ist zu barmherzig, um sein Volk im Gericht heimzusuchen. So ist „Friede und Sicherheit“ der Ruf von Männern, die nie wieder ihre Stimme wie eine Posaune erheben werden, um Gottes Volk seine Übertretungen und dem Hause Jakob seine Sünden zu zeigen. Diese stummen Hunde, die nicht bellen wollten, sind es, die die gerechte Vergeltung eines erzürnten Gottes zu spüren bekommen. Männer, Jungfrauen und kleine Kinder kommen allesamt um.“

„Die Gräuel, deretwegen die Treuen seufzten und wehklagten, waren alles, was von endlichen Augen wahrgenommen werden konnte; doch bei weitem die schlimmsten Sünden, jene, welche den Eifer des reinen und heiligen Gottes hervorriefen, blieben unoffenbar. Der große Erforscher der Herzen kennt jede Sünde, die von den Übeltätern im Verborgenen begangen wird. Diese Menschen gelangen dahin, sich in ihren Täuschungen sicher zu fühlen, und sagen aufgrund seiner Langmut: Der Herr sieht es nicht; und dann handeln sie, als habe er die Erde verlassen. Aber er wird ihre Heuchelei aufdecken und vor den Augen anderer jene Sünden offenlegen, die sie so sorgfältig zu verbergen suchten.“

„Keine Überlegenheit an Rang, Würde oder weltlicher Weisheit, keine Stellung in einem heiligen Amt wird Menschen davor bewahren, das Prinzip zu opfern, wenn sie ihrem eigenen trügerischen Herzen überlassen bleiben. Diejenigen, die als würdig und gerecht angesehen worden sind, erweisen sich als Anführer im Abfall und als Beispiele der Gleichgültigkeit und des Missbrauchs der Barmherzigkeiten Gottes. Ihren gottlosen Wandel wird Er nicht länger dulden, und in Seinem Zorn verfährt Er mit ihnen ohne Erbarmen.

„Nur widerstrebend entzieht der Herr denen seine Gegenwart, die mit großem Licht gesegnet wurden und die Kraft des Wortes verspürt haben, wenn sie anderen dienten. Einst waren sie seine treuen Diener, begünstigt mit seiner Gegenwart und Leitung; doch sie wandten sich von ihm ab und führten andere in den Irrtum, und deshalb geraten sie unter das göttliche Missfallen.“ Zeugnisse, Band 5, 211. 212.

Das gesamte Buch Hesekiel steht im Zusammenhang mit der Zerstörung Jerusalems. Im Zeugnis Hesekiels wird die anderthalb Jahre währende Belagerung durch Nebukadnezar ausdrücklich hervorgehoben, doch die „direktere Anwendung“ der Warnung Jesu in Matthäus vierundzwanzig liegt in den letzten Tagen. Bei Hesekiel findet sich diese Linie der Wahrheit in Kapitel vierundzwanzig.

587 v. Chr.

Wiederum geschah das Wort des HERRN zu mir im neunten Jahr, im zehnten Monat, am zehnten Tage des Monats, also: Menschensohn, schreibe dir den Namen des Tages auf, dieses selbigen Tages; der König von Babylon hat sich an eben diesem Tage gegen Jerusalem gelagert. Hesekiel 24,1.2.

An diesem Datum, das auch durch andere biblische Zeugnisse bestätigt wird, begann eine Belagerung von achtzehn Monaten. Das Wort des HERRN, das an diesem Datum an Hesekiel erging, bestand aus dem Gleichnis von der blutbefleckten Stadt, das durch einen siedenden Topf dargestellt und von einem großen Feuer gefolgt wird. Das Gleichnis stellt eindeutig das Gericht über Jerusalem dar, und ihm folgt in demselben Kapitel, dass Hesekiels Frau durch einen Schlag hinweggerafft und zu Grabe getragen wird, als ein Sinnbild dafür, dass die Belagerung, die schließlich das Heiligtum zerstören würde, begonnen hatte.

Und das Wort des HERRN geschah zu mir also: Menschensohn, siehe, ich nehme die Lust deiner Augen durch einen Schlag von dir weg; doch du sollst weder klagen noch weinen, und deine Tränen sollen nicht fließen. Seufze still, halte keine Totenklage; binde deinen Kopfbund um dich und ziehe deine Schuhe an deine Füße und verhülle nicht deinen Bart und iß nicht das Brot der Leute. Und ich redete am Morgen zu dem Volk; und am Abend starb meine Frau. Und ich tat am Morgen, wie mir geboten war. Hesekiel 24,15–18.

Dann fragten die Menschen um Hesekiel nach der Bedeutung des Gleichnisses und nach dem Tod seiner Frau.

Und das Volk sprach zu mir: Willst du uns nicht kundtun, was dies für uns bedeutet, dass du solches tust? Da antwortete ich ihnen: Das Wort des HERRN erging an mich, indem er sprach: Rede zum Hause Israel: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich werde mein Heiligtum entweihen, den Stolz eurer Stärke, die Lust eurer Augen und das, was eure Seele schont; und eure Söhne und eure Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durchs Schwert fallen. Hesekiel 24,19–21.

Sowohl Hesekiels Frau als auch das Heiligtum werden in diesem Abschnitt als „Lust deiner Augen“ bezeichnet. Bibelhistoriker geben an, dass die Belagerung achtzehn Monate dauerte, während sich die Belagerungen durch Cestius und Titus über vier Jahre erstreckten, vom Jahr 66 bis zum Jahr 70. Bei genauer Zählung beträgt die Zeit von der ersten Belagerung durch Cestius bis zur Zerstörung dreieinhalb Jahre; wendet man jedoch die „inklusive Zählweise“ an, die in der Bibel am häufigsten verwendete Zählweise, sind es vier Jahre. Das Wissen, dass beide Zählweisen gültig sind, ermöglicht es uns, für den Zeitraum von Cestius bis Titus sowohl dreieinhalb als auch vier Jahre anzusetzen.

Wir haben in den beiden Zerstörungen Jerusalems zwei Zeugen für das Sonntagsgesetz, und die Einzelheiten beider geschichtlichen Abläufe sind auf das bald kommende Sonntagsgesetz anzuwenden – bei dem Laodizea aus dem Mund des Herrn ausgespien wird. Der Beginn der Belagerung durch Nebukadnezar wird durch den Tod der Frau Hesekiels gekennzeichnet. Bei ihrem Tod wurde Hesekiel geboten, nicht öffentlich zu trauern, denn er war das Zeichen für die Wegführung der Juden in die Gefangenschaft.

Der Beginn des vierjährigen Zeitraums von 66 bis 70 wird durch das Zeichen des Gräuels der Verwüstung gekennzeichnet, das für die Christen in Jerusalem das Zeichen war, zu fliehen.

Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet ist, an heiliger Stätte stehen seht (wer es liest, der merke darauf!), dann sollen die, welche in Judäa sind, in die Berge fliehen. Matthäus 24,15.16.

Zwei Belagerungen entsprechen einander eindeutig, und bei beiden findet sich zu Beginn der Belagerung ein „Zeichen“. Als Hesekiel erläuterte, was der Tod seiner Frau und die Tatsache, dass er selbst nicht trauerte, zu bedeuten hatten, erklärte er dies und hielt anschließend fest:

So ist Hesekiel euch ein Zeichen; nach allem, was er getan hat, sollt auch ihr tun. Und wenn dies eintrifft, werdet ihr erkennen, daß ich Gott der HERR bin. Hesekiel 24,24.

Das Zeichen des Todes von Hesekiels Frau war eine Kennzeichnung der bald kommenden Zerstörung Jerusalems und des Tempels sowie der darauf folgenden Gefangenschaft in Babylon. Das Zeichen des Gräuels der Verwüstung, von dem Daniel sprach, war eine Warnung, der Zerstörung zu entfliehen; doch beide Belagerungen haben zu Beginn ein Zeichen.

Vor dem bald bevorstehenden Sonntagsgesetz wird es eine prophetische Belagerung geben, und der Tod der Frau Hesekiels ist das Symbol dafür, dass die laodizeische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vollständig übergangen worden ist, während Hesekiel ein Symbol der Hundertvierundvierzigtausend und das Symbol des Paniers ist, das zu Beginn der Belagerung aufgerichtet wird. Hesekiel ist das Panier der Hundertvierundvierzigtausend zu Beginn der Belagerung Babylons, und das Zeichen des Gräuels der Verwüstung zu Beginn ist das „Zeichen“ Roms. Das eine Zeichen verweist auf eine Warnung nach innen und das andere auf eine Warnung nach außen. Im Jahr 66 gab es gewiss eine Warnung an die Christen, doch das Warnzeichen war Rom. Das Zeichen bei der Zerstörung Jerusalems durch Babylon war Hesekiels Frau. Rom ist die Klasse derer, die das Malzeichen des Tieres empfangen, und Hesekiel das Zeichen derer, die das Siegel Gottes empfangen.

Zwei abschließende Zeitabschnitte

Die erste Belagerung dauerte achtzehn Monate, und die zweite Belagerung dauerte vier Jahre. Beide Belagerungen finden ihre „unmittelbarere“ Erfüllung in den letzten Tagen, und beide Belagerungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Prophezeiung von dreihunderteinundneunzig Jahren und fünfzehn Tagen in Offenbarung 9,15.

Der Beginn der fünf Monate aus Offenbarung 9, Vers 10 umfasste ein historisches Geschehen, das einen achtunddreißigjährigen Zeitraum markiert, der in einer mit der Zahl achtunddreißig verbundenen vierjährigen Belagerung gipfelt, und das den Aufstieg des Islam kennzeichnete. Diese vierjährige Belagerung findet ihre Entsprechung in dem historischen Geschehen, das begann, als die (fünf Monate) einhundertfünfzig Jahre zu Ende gingen und die dreihunderteinundneunzig Jahre und fünfzehn Tage begannen. Es begann am 27. Juli 1449, und vier Jahre später unternahm der Islam eine fünfundfünfzigtägige Belagerung Konstantinopels, die am 29. Mai 1453 endete.

Als die Zeitweissagung, die am 27. Juli 1449 begonnen hatte, am 11. August 1840 endete, entsprachen die vier Jahre der Bewegung des ersten und des zweiten Engels von 1840 bis 1844 sowohl der vierjährigen Belagerung von 1333 bis 1337 als auch dem vierjährigen Zeitraum von 1449 bis 1453. Diese drei Zeugen, die alle unmittelbar zu derselben prophetischen Linie gehören, stellen einen symbolischen Zeitraum von vier Jahren dar, in dem sich die Bewegung des ersten und des zweiten Engels von 1840 bis 1844 in der Geschichte der Bewegung des dritten Engels wiederholt. Diese drei Zeugen bilden typologisch eine vierjährige Belagerung in der Geschichte der Hundertvierundvierzigtausend ab. Dieser vierjährige Zeitraum wird auch durch die Belagerungen Jerusalems in den Jahren 66 und 70 veranschaulicht.

Der Beginn der vierjährigen Belagerung durch Cestius im Jahr 66 und ihr Ende durch Titus im Jahr 70 bilden ein Alpha-Symbol und ein Omega-Symbol für einen Zeitraum von vier Jahren. Derselbe Zeitraum wird auch durch dreieinhalb Jahre dargestellt, die wiederum den dreieinhalb prophetischen Jahren entsprechen, in denen das päpstliche Rom das Heiligtum zertrat.

Aber den Vorhof außerhalb des Tempels lass aus und miss ihn nicht; denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zweiundvierzig Monate lang zertreten. Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie werden tausendzweihundertsechzig Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet. Offenbarung 11, 2. 3.

Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind. Lukas 21,24.

Es ist unbedingt zu beachten, dass ich auf den Zeitraum vom Alpha-Symbol des Cestius bis zum Omega-Symbol des Titus sowohl die „inklusive“ als auch die „exklusive“ Zählweise anwende. Dies verdeutlicht, dass in ein und demselben geschichtlichen Geschehen zwei zeitliche Anwendungen dargestellt werden. Wir haben uns bereits mit diesem biblischen Prinzip befasst, als wir (vor vielen Artikeln) die Zeit zwischen Jesu Besuch in Cäsarea-Philippi (Panium) und seiner Reise zum Berg der Verklärung betrachteten. Zwei biblische Verfasser geben sechs Tage an und einer acht Tage.

Und nach sechs Tagen nimmt Jesus Petrus, Jakobus und Johannes, dessen Bruder, mit sich und führt sie abseits auf einen hohen Berg. Matthäus 17,1.

Und nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und führte sie für sich allein auf einen hohen Berg; und er wurde vor ihnen verklärt. Markus 9,2.

Und es geschah etwa acht Tage nach diesen Reden, dass er Petrus und Johannes und Jakobus zu sich nahm und auf einen Berg stieg, um zu beten. Lukas 9,28.

Die Zerstörung Jerusalems hat eine „unmittelbarere“ Anwendung auf die letzten Tage, und jene Zerstörung wird durch zwei Zeugen dargestellt, nämlich Babylon und Rom. Die beiden Zeugen stimmen miteinander überein, weisen jedoch unterschiedliche und wesentliche prophetische Merkmale auf, um die Wahrheit zu verstärken. Die Belagerung durch Rom (66 bis 70) umfasste vier Jahre, die zugleich dreieinhalb Jahre darstellen. Die dreieinhalb Jahre stehen in Verbindung mit der Zertretung des Heiligtums und des Heeres, wie sie sowohl durch das Heidentum als auch durch das Papsttum vollbracht wurde. Die Zertretung durch das Papsttum dauerte dreieinhalb symbolische Jahre, vorgebildet durch die buchstäblichen dreieinhalb Jahre der Belagerung durch Rom.

Jene vierjährige Belagerung steht auch mit den vierjährigen Zeiträumen in Verbindung, die mit der prophetischen Linie verknüpft sind, welche die Aufrichtung des Islam und danach die Aufrichtung der Bewegung sowohl des ersten als auch des zweiten und dann des dritten Engels kennzeichnet. Die Zeit von Cestius bis Titus überschneidet sich mit dem Rad des päpstlichen Roms und auch mit dem Rad des Islam. Das Rad Roms und die dreieinhalb Jahre von Cestius und Titus überschneiden sich mit den dreieinhalb symbolischen Jahren des päpstlichen Roms und kennzeichnen somit die beiden Mächte – das heidnische und das päpstliche Rom. Das Rad des Islam ist durch dieselbe Geschichte, verstanden als vierjähriger Zeitraum, damit verbunden; doch ebenso wie beim Rad Roms in dieser Geschichte ist der Islam mit einer zweiten Macht verbunden, die dem Rad des Islam untersteht – nämlich dem Adventismus. Der Zeitraum von dreieinhalb Jahren steht für Rom in seinen beiden Phasen, und der vierjährige Zeitraum steht für den Islam und den Adventismus. Prophetisch lassen sich das heidnische und das päpstliche Rom nicht voneinander trennen, ebenso wenig der Islam und der Adventismus.

Dies erfordert in prophetischer Hinsicht, dass wir bei der Betrachtung der Belagerung Babylons im Bild der achtzehnmonatigen Belagerung zwei Zeitverständnisse erkennen. Zwei zeitliche Darstellungen in der von Rom durchgeführten Belagerung erfordern in prophetischer Hinsicht zwei zeitliche Darstellungen in der von Nebukadnezar durchgeführten Belagerung. Nebukadnezars achtzehnmonatige Belagerung kann auch als Symbol für anderthalb Jahre verstanden werden. Achtzehn Monate sind anderthalb Jahre, und anderthalb Jahre lassen sich als 1,5 Jahre ausdrücken. Die Belagerung Nebukadnezars dauerte sowohl achtzehn Monate als auch eins Komma fünf (1,5) Jahre.

Die achtzehn Monate beziehen sich auf die Macht, die Jerusalem zertreten sollte, und die 1,5 Jahre beziehen sich auf den Islam. Das prophetische Rad der Zeitberechnung, das die achtzehn Monate ausweist, kennzeichnet Babylon, und das andere prophetische Rad der Zeitberechnung kennzeichnet den Islam. Wir haben noch nicht dargelegt, wie wir zur Anwendung der 1,5 Jahre auf den Islam gelangen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass von den beiden Zeitberechnungen im Zusammenhang mit der durch Rom herbeigeführten Zerstörung die eine mit dem prophetischen Rad Roms (sowohl des heidnischen als auch des päpstlichen Roms) verbunden ist und die andere mit dem prophetischen Rad des Islams. Diese Merkmale finden sich sowohl bei der Alpha- als auch bei der Omega-Zerstörung Jerusalems.

Die vierjährige Belagerung Jerusalems unter Cestius und Titus stellt das Ende einer prophetischen Linie dar, die mit einem achtunddreißigjährigen Zeitraum begann, der mit einer vierjährigen Belagerung endete, welche die Erhöhung des Islam symbolisiert, und der abschließende vierjährige Zeitraum in eben dieser Linie stellt die Aufrichtung des Banners der Hundertvierundvierzigtausend dar.

Wir werden diese Dinge im nächsten Artikel fortsetzen.